Fol. 49-50, przebitka maszynowa. W nagłówku: Gruppe Pelzeder Gruppenbefehl Nr. 1. Betrifft: I/V V[orgeschobene]-B[eobachter?]-Einsatz Il/Arbeit in den Feuerstellungen. Auszug aus dem Artillerie-Befehl Nr. 5 der Abteilung 3120 vom 15. 2. 45. Pod tekstem: Pelzeder—podpis oryginalny — Hauptmann und Gruppenführer.
Ortsunterkunft, 16. Februar 1945.
1) Zur Mindestausrüstung des Vorgeschobenen] Beobachters] gehören:
1 Doppelglas, 1 Karte 1:25000, 1 Plansektor oder Kartenwinkelmesser, 1 Decknamenverzeichnis, 2 bis 3 Kleingitter. Zu seiner Bewaffnung 1 Maschinenpistole.
2) Zuzuteilen sind ihm:
1 Hilfsbeobachter und 3 Fernsprecher, bei Funkeinsatz 2 Funker.
3) Nur überprüftes Nachrichtengerät mitgeben (Feldfernsprecher, Funkgerät). Für kleinere Stellungswechsel 2 Längen Draht.
4) Als V[orgeschobene]-B[eobachter] ablösend sind auch Offiziere oder als Batterie-Offiziere verwendete Unteroffiziere einzusetzen.
5) Ablösung der V[orgeschobenen]-B[eobachter] regelmässig nach 4 Tagen.
6) Batterie-Chef oder Batterie-Offizier besuchen reihum häufig die B[eobach-tungs]-Stände und überprüfen die Einrichtungen auf ihre Zweckmässigkeit und die Beobachter auf ihre Eignung hin.
7) Jedes V[orgeschobene]-B[eobachter]-Kommando ist vor seinen Einsatz auf seine Ausrüstung und sein notwendiges Spezialwissen für seinen Sondereinsatz zu überprüfen.
Dazu gehört:
a) Übung im Abgreifen von Feuerkommandos,
b) geläufige Kenntnis aller Decknamen von Batterien, B[eobachtungs]-Steilen, V[orgeschobene]-B[eobachter], Abteilungs- und Bataillons-Gefechts--Ständen,
c) Kenntnis der Ortstarnnamen in Einsatzraum, sowohl diesseits als jenseits der Hauptkampflinie,
d) Übung im Gebrauch des Kleingitters,
e) Kenntnis seiner Aufgabe und seines Verhältnisses zur Infanterie, insbesondere Klarheit darüber, dass der V[orgeschobene]-B[eobachter] zwar enge Verbindung mit der Infanterie zu halten hat, ihr aber nicht unterstellt ist, daß sein Platz nicht im Bunker oder Keller des Kompanie- oder Bataillons-Kommandeurs, sondern dort ist, wo er etwas sehen und seinen Schiessauftrag erledigen kann, daß die fleissige Durchgabe taktischer Meldungen mindestens ebenso wichtig, in kritischen Augenblicken sogar viel wichtiger ist als die Lösung von Schiessaufgaben.
Dagegen darf der V[orgeschobene]-B[eboachter] auf keinen Fall Geheime Kommandosachen, Stellungsunterlagen, Karten mit Einzeichnungen eigener Stellungen oder Abschnittsgrenzen mit sich führen.
Vor dem Einsatz meldet sich jedes V[orgeschobene]-B[eobachter]-Kommando in vorschriftsmäßiger Ausrüstung beim Adjutanten oder Ordonnanzoffizier der Gruppe ab.
II. Zur Beseitigung einiger in den Feuerstellungen beobachteter Mängel ist folgendes zu veranlassen:
1. Die Nahfestlegungspunkte müssen weit genug von den Geschützen entfernt sein (Mindestentfernung 100 m hinter dem linken Holm!)
2. Die Geschützführer benutzen am Tage den weiten Festlegungspunkt, bei Nacht den Nahfestlegungspunkt und bei unsichtigem Wetter den Fe stiegestreifen.
3. Feuerüberfälle werden nicht im ”Schnellfeuer” heruntergeschossen* sondern es wird nachgerichtet.
4. Bei Zielen, die gefährlich nahe vor unserer eigenen Linie liegen, gilt die Grundregel, daß man sich auf solche Ziele von rückwärts heranschießt. Diese Grundregel darf nicht vernachlässigt werden, indem man in unverantwortlich leichtsinniger Weise das Einschießen mit der Kartenentfernung ohne BWE [?] und ohne entsprechenden Sicherheitszuschlag beginnt.
5. Die Barbara-Meldungen müssen sofort angefordert werden, wenn sie nicht zum üblichen Termin von selbst eintreffen.
Allgemeines: Nachdem der Feind nunmehr die Weide-Hauptkampflinie im ganzen Abteilungsabschnitt erreicht hat, ist der Kampf in ein neues Stadium eingetreten und es ist an der Zeit, daß wir uns kriegsmäßig umstellen. Seine rasch nachgezogene Artillerie wird die Stadt und besonders unsere Feuerstellungen und B[eobachtungs]-Steilen, in die er von den gewonnenen Vorfeldhöhen gute Einsicht hat, in kurzem unter Feuer nehmen. Ich verlange daher, daß Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in B[eobachtungs]-Steilen und Feuerstellungen sofort aus den Wohnungen über der Erde in splittersichere Keller und Bunker umsiedeln. Vollzug ist zu melden.
In den Feuerstellungen sind die Geschütze noch weit besser zu tarnen, Tarn-matten und Gesträuch heranzuschaffen und Deckungslöcher zu graben. Die Munitionsstapel müssen verkleinert und weiträumig verteilt werden. Die Fernsprechkabel sind im Umkreis von 200 m um die Feuerstellung herum 10 cm tief einzugraben.
Die Batterien haben in dieser Woche harter Kämpfe die Infanterie durch rechtzeitiges und gut geleitetes Feuer tatkräftig unterstützt und damit in entscheidender Weise dazu beigetragen, im Vorfeld der Festung Breslau starke feindliche Kräfte zu binden und durch empfindliche, blutige Verluste zu schwächen.
Bei pünktlicher Befolgung dieses Befehls wird die Gruppe in der Lage sein, auch weiterhin ihre Pflicht zu tun.